Comeback des Journalismus?
Kein einhelliger Trend, aber wichtige Signale


Die Experten im Mediatrend 2010 haben klare Aussagen getroffen: Auch in der zweiten Jahreshälfte kann die Branche nicht mit einer fundamentalen Trendwende rechnen. Bernhard Rosenberger, Experte für Unternehmensentwicklung, erklärte in der Befragung: "Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist noch nicht überwinden, es wird volkswirtschaftlich eine leichte Delle geben." Für die Jahresmitte prognostizierte Rosenberger einen Rückschlag. "Die Arbeitslosenzahlen werden steigen, dies wirkt sich auch auf die Medienbranche aus."

Dennoch gibt es punktuell gegenläufige, positive Signale. Die Diskussion um das iPad als neuen Medienträger belebt endlich wieder die Debatte um journalistische Inhalte. Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner bezeichnet das iPad als "emotionales, nicht rationales Medium". Umso wichtiger sind somit Journalisten, die Geschichten erzählen können, das Medium mit Leben erfüllen.

In Krisensituationen ist Kreativität gefragt, das war schon immer so, wurde aber gerade im Medienbereich gerne vergessen oder allein der Kreativität von Controllern überlassen. Heraus kommen dann Modelle wie in Hamburg, wo der Jahreszeiten-Verlag im Zuge einer "Neuorganisation der Redaktionen" einfach einmal sämtliche produzierenden Redakteursstellen streichen will.

Hoffnung machen Signale aus den USA. AOL kündigt an, in den nächsten Monaten ein "content-first"-Geschäftsmodell umzusetzen. In dessen Rahmen sollen hunderte von Journalisten eingestellt werden. AOL-Medienchef David Eun erklärte in einem Interview: "Our mission at this company is to be the world's largest producer of high-quality content."

Noch wird daran gezweifelt, ob AOL wirklich ernsthaft an der Umsetzung des Plans arbeitet - sinnvoll wäre die Strategie zweifellos.

Im aktuellen Mediatrend setzt jeder zweite Befragte auf Mobile als Wachstumsmedium 2010, knapp 40 Prozent glauben auch weiterhin an eine positive Entwicklung von Online. Das Ergebnis steht für einen klaren Trend. Und nun gilt für die Medien, was auch Pralinenfabrikanten wissen: Geld verdient man mit dem Inhalt. Je edler und einzigartiger, desto mehr.


Mediatrend 2010:
Welche Mediengattung wird sich positiv entwickeln?